Hochrechnung und Prognose 2022 für Hautkrebs in Deutschland

Das Institut für Krebsepidemiologie an der Universität zu Lübeck erstellt seit vielen Jahren Hochrechnungen zur Inzidenz von Hautkrebs in Deutschland. Dazu werden die Zahlen des Krebsregisters Schleswig-Holstein genutzt, welches durch das hohe Engagement der Dermatologinnen und Dermatologen in Schleswig-Holstein eine meist vollzählige Erfassung der Hautkrebsfälle aufweist.

Die Projektion der Jahre 2019/2020 ergibt für ganz Deutschland eine geschätzte Zahl von 304.300 neuen erstmaligen Hautkrebserkrankungen für das Jahr 2022 (siehe Tabelle 1). Davon entfallen ca. 40.000 Fälle auf das maligne Melanom (davon ca. 34% auf das in situ Melanom). Die größte Gruppe bilden, mit 160.000 inzidenten Fällen, die Basalzellkarzinome. Für das Plattenepithelkarzinom sind etwa 104.000 Neuerkrankungen zu erwarten. Nach einer langen Phase ansteigender Fallzahlen (bis etwa 2015), ist in den letzten fünf Jahren eine Stagnation der Fallzahlen auf hohem Niveau zu beobachten.

Die Versorgungslast für Hautkrebs ist weiter hoch. Bei den Fallzahlen ist zu berücksichtigen, dass Mehrfachtumore, die gerade bei den Basalzell- und Plattenepithelkarzinomen gehäuft auftreten, nicht berücksichtig wurden. Insofern dürfte die Zahl der behandlungspflichtigen Fälle in Deutschland wesentlich höher sein.

Tabelle 1: Prognose Hautkrebs Deutschland 2022

nvkh

Datenquellen:

  • Krebsregister Schleswig-Holstein, 2022 – basierend auf Diagnosejahren 2019/20
  • Destatis, Bevölkerungsprognose, Variante moderat (G2L2W2)

Weitere Informationen finden Sie hier: https://bit.ly/38srHOW